Unsere Geschichte

Auf dieser Seite wollen wir Dir einen etwas umfangreicheren Einblick in die Chronik des Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V. geben. Die folgenden Links führen Dich direkt zum gewünschten Zeitabschnitt der Geschichte des Vereins:

u 1990: Die Gründung

u 1992 – 1998: Ackerstraße 12/13

u 1998 – 2001: Lambda zieht nach Friedrichshain

u 2001: Aus Lambda Berlin wird Lambda Berlin-Brandenburg

u 2001 – 2004: Lambda BB bleibt in Friedrichshain

u 2004 – 2006: Die bleiende Zeit

u 2006: Der Neuanfang

u 2006 – 2009: Die Strukturen festigen sich

u 2006: Erneute finanzielle Einbußen

u 2010: Neue Projektreferent_innen-Stelle

u 2011: Lambda BB wird endlich volljährig!

u 2010 – 2012: Fundraising, Fundraising und nochmals Fundraising…

u 2011: Projektstart Demokratieprojekt „queer@school“

u 2012: Wiederbelebung Netzwerk „Queere Jugendhilfe“

u 2013: Mitgliedschaft im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin

u 2014: seit April neue Räume in der Sonnenburger Straße 69 im Prenzlauer Berg!

Das erste Lambda-Logo. Darauf sind zwei menschliche Figuren zu erkennen, deren Körper das Wort "Lambda" bilden.

1990: Die Gründung!

Das Jugendnetzwerk Lambda wurde im März 1990 kurz vor den ersten freien Volkskammerwahlen in der DDR in Ostberlin – im Klub der Volkssolidarität (Wilhelm-Pieck-Straße 203) – aus einer seit November 1989 bestehenden Initiative mit dem Ziel gegründet, am Zentralen Runden Tisch der Jugend – dem späteren Demokratischen Jugendbund DJB – als Vertretung junger Lesben und Schwuler und deren Treffs und Gruppen teilzunehmen, da zu diesem Zeitpunkt weder in der DDR noch in Westdeutschland ein Jugendverband explizit die Interessen schwuler, lesbischer und bisexueller Jugendlicher wahrnahm. Nach der Wiedervereinigung hat sich der Wirkungskreis des Jugendnetzwerkes Lambda auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt.

Der im Mai / 19. August 1990 gegründete Landesverband Berlin war zugleich der letzte Landesverband vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, denn wenige Monate später hörte die DDR auf zu existieren. Eine der ersten Maßnahmen des neuen Landesverbandes war die Mitgliedschaft im Landesjugendring Berlin, die im November 1990 beantragt wurde.

Unterstützende Organisationen
Gründungsmitglieder:
AG Homosexualität „COURAGE“ e.V., Sonntags-Club e.V., Köpenicker Treff Eike Stedefeldt, Ralf Sagner, Ralph P. Hose

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Der Stempel des Vereins von 1993 bis 1989.

1992 – 1998: Ackerstraße 12/13

Nach einem kurzen Zwischenspiel in den Räumen des Kommunikations- und Beratungszentrum „ROLU 14“ in der Rosa-Luxemburg-Straße 14 (Berlin-Mitte) zog Lambda kurze Zeit später in die Ackerstraße 12/13 im selben Stadtbezirk. Aufgrund erster finanzieller Zuwendungen durch die damals für Bildung zuständige Senatsverwaltung (im Rahmen einer Projektfinanzierung und einer Jugendverbandsförderung) war dies auch die erste Blütezeit für Lambda Berlin.

Dadurch entstanden viele Aktionen und Projekte, die zum Teil heute noch existieren. Unter anderem:

  • Schwullesbische Bibliothek: von 1991 – 2004
  • A-Projekt: Aufklärungsarbeit zwischen 1992 – 2004 bei Lambda BB
  • Ackerkeller: schwullesbische Disko
  • B-Projekt: Beratungsarbeit von Jugendlichen für Jugendliche seit 1995, vorerst unter dem Namen „Warm & Kess“
  • Gleich&Gleich: seit 1996 betreutes Wohnen für lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Jugendliche, ab 2004 mit eigenen Räumlichkeiten (Schöneberg)

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Der Lambda-Schriftzug ab 1998.

1998 – 2001: Lambda zieht nach Friedrichshain

Als die Räume in der Ackerstraße wiederum zu klein wurden, stand ein weiterer Umzug ins Haus. Für die nächsten sechs Jahre wurde die Kopernikusstraße 23 unser neues Domizil. Gleichzeitig trennen sich die Wege von Lambda und dem Ackerkeller, der im Stadtteil Mitte blieb. Lambda Berlin indes entwickelte in dieser zweiten Hochphase des Vereins neue Kräfte, Ideen, Aktivitäten und Projekte:

  • www.lambda-berlin.de: 1998 geht unsere Webseite an den Start
  • Café Grünberg: seit 1998, der Versuch, ein kommerzielles Café zu betreiben, scheiterte nach einem Jahr zunächst an fehlender Wirtschaftlichkeit
  • Lambda²: 1999 – 2003, Projekt für junge Lesben und Schwule mit Behinderung, Veröffentlichung der Studie „Doppelt Anders“ (von Silke Rudolph) (zum Projekt)
  • EQUAL first: ein EU-Projekt mit dem Ziel, alle europäischen Jugendprojekte, die Schulaufklärung zu LesBiSchwulen Lebensweisen anbieten, zu veröffentlichen, im Rahmen dieses Projektes wurden sog. Kits, also Fortbildungsmappen angefertigt
  • „Warm & Kess“ wird zu In&Out und dieses wiederum zu einem bundesweiten Lambda-Beratungsprojekt nach dem peer-to-peer Ansatz, finanziert seither durch Mittel des Bundesministeriums (zum Projekt)
  • Junxgruppe: seit 1999 bis heute ein beliebter Treffpunkt für schwule Jungs (zur Gruppe)
  • Freitags-Mädchen-Gruppe: ebenfalls seit 1999, später Grätchengruppe und eine der best-besuchtesten Gruppen, seit 2004 LambdaBrut (zur Gruppe)
  • s/he – Transberatungsprojekt: erstmals wird bei Lambda 2001 ein Transgender-Jugendberatungs-Telefon ins Auge gefasst, später wird das Projekt inbetween diese Aufgabe lambdaintern übernehmen
  • Jugend-Info-Café iF: offener Jugendbereich für alle Interessierten bis 27 Jahre, Angebote: Kaffee und weitere preiswerte Getränke, schwullesbische Bibliothek, Switchboard sowie die Möglichkeit, kostengünstig im Internet zu surfen, war aufgrund seiner Niedrigschwelligkeit und der räumlichen Trennung von den Büroräumen zwischen 2001 und 2004 ein erster wichtiger Anlaufpunkt

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Der Lambda-Stempel zwischen 2001 und 2004

2001: Aus Lambda Berlin wird Lambda Berlin-Brandenburg

Mit der geplanten, gescheiterten und von politischer Seite immer wieder ins Gespräch gebrachten Fusion von Berlin und Brandenburg machte sich auch bei Lambda Gedanken, ob es nicht sinnvoll sei, für beide Bundesländer da zu sein. Gleichzeitig kamen immer mehr Jugendliche aus Brandenburg zu den Freizeitgruppen, sodass wir letztlich den Veränderungen Rechnung trugen: Am 17. März 2001 wurde aus dem Landesverband Berlin das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V..

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2001 – 2004: Lambda BB bleibt in Friedrichshain

Die finanziellen Spielräume werden knapper. Dennoch sind auch die Jahre 2001 – 2004 sehr erfolgreich.

Unter anderem durch folgende Projekte:

  •  TimeShaker: Jugendfreizeit-AG, bis 2004 aktiv in der Gestaltung von Freizeit-Aktivitäten wie Tages- und Wochenendfreizeiten, sowie Kultur- & Szene-Ausflügen in Berlin
  •  Run-A-Way: 2001 – 2005, neue Freizeitgruppe für schwule Jungs und junge Männer bis 26 Jahre, Junxgruppe ändert ihre Zielgruppe auf bis 18 Jahre
  •  In&Out: durch eine Kooperation mit dbna wird das Projekt bundesweit bekannt, bis heute viele Beratungsanfragen aus dem gesamten Bundesgebiet (zum Projekt)
  •  Lambda Card: geplant ist eine Rabattkarte für die schwullesbische Szene, dieser gute Konzeptvorschlag wurde leider nie umgesetzt
  •  Café iF: nach erheblichen Konzeptänderungen kam das Café endlich in Schwung. Anfang 2002 wurde die Partyreihe iF-WarmUp gestartet, die regelmäßig Motto-Partys angeboten hat, bis zur Schließung des Cafés 2004 haben diese maßgeblich zur positiven Außenwahrnehmung Lambda BB’s beigetragen
  •  teach::out: zweites Teilstück der Aufklärungsarbeit bei Lambda BB, das Projekt kümmerte sich bis 2005 innerhalb Lambda BB um die Fortbildung von Lehrkräften und Fachpersonal der Jugendarbeit

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Das neue Lambda-Logo zwischen 2004 und 2006 mit dem typischen Lambda-Ball

2004 – 2006: Die bleiernde Zeit

Zum 1. Oktober 2004 musste Lambda BB nach zweiwöchiger Kündigungsfrist aus seinen Räumen in der Kopernikusstraße ausziehen. Die finanzielle Situation hatte sich inzwischen so dramatisch entwickelt, dass eine Insolvenz des Landesverbandes zu befürchten war, woran auch die Misswirtschaft des damaligen Geschäftsführers einen entscheidenden Anteil hatte. Der Schuldenstand war immens, und die einzige Möglichkeit, Lambda BB zu retten, bestand in einem sofortigen Auszug und der damit verbundenen Einstellung vieler Projekte.

Lambda::BB fand mithilfe einer neuen Geschäftsführung und durch die große Unterstützung damals noch vieler aktiver Ehrenamtlicher eine Übergangsbleibe im Kinderring e.V. in der Schwedter Straße (Prenzlauer Berg), welcher uns dankenswerterweise ein ehemaliges Klassenzimmer als Büro zur Verfügung stellte. Einige der Jugendgruppen konnten auf diese Weise zum Teil erhalten werden, andere Gruppen hingegen sowie viele unserer Projekte teilten sich auf.

Auch das Café iF musste geschlossen werden und ohne Räume war eine Wiederaufnahme der Arbeit unmöglich. Gleichzeitig konnte in den Übergangsräumen nur eine Minimalauflage der bisherigen Strukturen und Angebote verwirklicht werden. Nach einer intensiven Aufarbeitung der finanziellen Gegebenheiten indes waren wir uns zu Jahresbeginn 2005 dennoch sicher, dass der Verband zu retten sei.

Anfang 2005 gründete sich ABqueer e.V. und vereinte das A-Projekt, In&Out sowie das Projekt inbetween unter einem Dach in neuen Vereinsräumen in Neukölln. Bei Lambda BB verblieben die restlichen Jugendgruppen sowie das Café-Team, das sich 2005 mit dem Homo-Movie-Projekt, einer SchwulLesBischen Filmreihe, eine neue Betätigung suchte, die auch in den beengten neuen Räumen realisierbar war.

2005 war eines der schwersten Jahre in der Geschichte von Lambda BB. Zwar war eine Weiterfinanzierung erst einmal gesichert, doch stand nach dem Wegfall der Aufklärungsarbeit zur Debatte, welches Spektrum Lambda BB zukünftig haben würde. Es sollte allerdings noch fast zwei Jahre dauern, bis Lambda BB wieder zu größeren Projekten fähig war.

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2006: Der Neuanfang

2006 konnten wir einen behutsamem Neuanfang starten. Mit bloß noch zehn verbliebenen Ehrenamtlichen. Nur ihrem großen Engagement ist der Umzug in die Straßmannstraße 25 zu verdanken, also zurück nach Friedrichshain. Die Grundlage für eine Zukunft in Berlin war zunächst wieder hergestellt.

Seit Mitte 2006 ist auch In&Out wieder mit von der Partie, nachdem das Projekt aufgrund von Ehrenamtler_innen-Mangel bei ABqueer e.V. eingestellt werden musste. Im Herbst 2006 konnten wir dann endlich unsere erste große Aktion nach zwei aufreibenden Jahren veranstalten: Zusammen mit AndersARTIG e.V., eine unserer Mitgliedsorganisationen und wichtigster Kooperationspartner im Bundesland Brandenburg, realisierten wir erstmals die LesBiSchwule T*our mit. (Dahinter verbirgt sich eine Akzeptanz-Kampagne für LSBT*-Lebensweisen, die bereits seit 1998 unter der Trägerschaft von AndersARTIG e.V. durchgeführt wird und wofür beide Vereine 2009 mit dem bundesweiten Heinz-Westphal-Preis ausgezeichnet wurden.)

Dieser Umzug, die LesBiSchwule T*our 2006, sowie eine sehr erfolgreiche Mitglieder-Versammlung gaben die Initialzündung für neue Motivation und neue Aktionen (TimeShaker-Revival und „Wiedererweckung“ früher Jugendgruppen, z.B. Run-A-Way usw.), die nur ein Jahr später dazu führen sollten, dass Lambda BB aufgrund von Platzmangel noch einmal umzog, in die Räume, wo wir fast ein Jahrzehnt lang zu finden waren: In der Manteuffelstraße 19 in Kreuzberg.

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Lambda-Stempel ab 2007

Sommer 2006 bis Winter 2009: Die Strukturen festigen sich

Was zuvor an neuen Projekten und Aktivitäten hinzugekommen ist, musste nun gefestigt werden. Lambda BB befindet sich auf einem sehr guten Weg. Viel Kraft und Aufwand haben wir in den letzten Jahren in die Festigung unserer Strukturen investiert. Dies – ebenso wie eine auskömmliche Grundfinanzierung – ist besonders wichtig, um künftige Projekte auf eine solide Grundlage zu stellen.

Und apropos Finanzen: 2008 war Lambda BB wieder schuldenfrei! Nach einem fast sieben Jahre dauernden Schuldendienst haben wir alle Altlasten (rund 30.000 €) nun endlich abgetragen.

Die Zeit, da wir uns hauptsächlich mit dem Wiederaufbau befasst haben, ist nun vorbei. Mit dem Umzug in unsere jetzigen Räume haben wir uns die Grundlage geschaffen, auch künftig Gruppen und Projekte anzubieten und zu halten. Systematisch haben wir uns deshalb dem Bereich Fundraising zuwenden müssen, der für die Zukunft von Lambda BB immer mehr an Bedeutung erlangen wird, denn…

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Seit 2006: Erneute finanzielle Einbußen

Trotz des beschriebenen „internen Aufwindes“ betrachten wir mit großer Sorge seit einigen Jahren die immensen Zuwendungskürzungen innerhalb der Jugendverbandsarbeit. Hierzu muss man als Hintergrund wissen: Bis 2006 war die Senatsverwaltung für Bildung sowohl für die Projektförderung als auch für die Jugendverbandsförderung in Berlin zuständig. Der neu gewählte rot-rote Senat und die baldige Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetzes (AGG) brachten eine Umstrukturierung der Senatsverwaltungen mit sich.

Seit 2006 ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend & Wissenschaft (SenBJW) zuständig für die Verteilung der Mittel für Jugendverbandsarbeit, wohingegen die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit & Soziales (SenIAS) ab dato die neugegründete Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) beinhaltet. Dieser ist auch der Fachbereich für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen zugeordnet, welcher seither für die Mittelvergabe an LSBTI*-Projekte zuständig ist.

Seit dem Weggang des A-Projekts (heute ABqueer e.V.) steht Lambda::BB lediglich eine minimale Fördersumme von der SenBJW zur Verfügung. Der Förderbetrag sinkt zusätzlich von Jahr zu Jahr. Grund ist ein neues Fördermodell der SenBJW, welches 2005 in einer Pilotphase getestet und 2006 eingeführt worden ist. Hiernach werden alle Jugendverbände in Berlin nach der Anzahl ihrer Mitglieder und den durchgeführten Jugendbildungsmaßnahmen beurteilt. Kleinere Vereine wie Lambda::BB schneiden dabei wesentlich schlechter bei der Gelderverteilung ab als noch vor 2005. Eine eigens installierte „Verlustbremse“ verhindert zwar das Schlimmste, doch jährlich verlieren wir bis zu 15 Prozent unserer Förderung, bis uns am Ende nur noch weniger als ein Zehntel dessen zur Verfügung stehen wird, was wir vor 2005 erhalten haben.

Lambda::BB hat dem neuen Fördermodell in der Pilotphase zugestimmt, da wir damals die Tragweite nicht abschätzen konnten und auch nicht, welche Einbußen dies langfristig für uns mit sich bringt. Alle Versuche unsererseits, den Landesjugendring (LJR), der für die Verteilung der Gelder der SenBJW zuständig ist, dazu zu bewegen, im Nachhinein neue Förderkriterien für kleinere Verbände einzuführen, sind seit 2006 jedoch leider gescheitert.

Da Lambda::BB seit den Neustrukturierungen, abgesehen von einer hauptamtlichen Geschäftsführung (30 Std/Woche), in den genannten Jahren ausschließlich ehrenamtlich organisiert wurde, spürten wir immer dringlicher die Notwendigkeit einer weiteren pädagogischen Fachkraft. Pädagogische Beratung und Begleitung ist für eine funktionierende Ehrenamtsstruktur vor allem in Verbänden mit einer besonderen inhaltlichen Ausrichtung wie dem unseren unverzichtbar. Und so führten wir in den diesen Jahren erneut zahlreiche Gespräche mit den zuständigen Senatsverwaltungen. Mit Erfolg!

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Seit Frühjahr 2010: Neue Projektreferent_innen-Stelle

Die seit Frühjahr 2010 von der LADS geförderte Projektreferent_innen-Stelle trägt eindeutig zu einer erneuten Stärkung unserer Jugendlichen bei. Durchgeführt werden hierzu von einer halbtags angestellten Fachkraft viele Einzel- & Gruppenberatungen zu Themen wie Coming-Out, Identitäten, Liebe/Partnerschaft, Beruf sowie zu auftretenden persönlichen Konflikten innerhalb der ehrenamtlichen Lambda-Strukturen. Letztendlich geht es natürlich auch hierbei um Emanzipation und Empowerment unserer Jugendlichen, statt weiterhin ausschließlich auf der seitens der Politik und Gesellschaft genehmigten bzw. anerkannten „Opferwelle“ mitzuschwimmen.

Nur aufgrund der Einführung dieser neuen Personalstelle ist unser Jugendverband wieder handlungsfähig, bietet Mitbestimmung und Beteiligung sowie kompetente Aufklärung und Beratung an. Und gerade der Bedarf an letzterem, auch und gerade von Lambda-externen Personen, nimmt seit 2010 wieder kontinuierlich zu…

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2011: Lambda BB wird endlich volljährig!

Vor allem 2011 war das Jahr der großen Aktionen: Trotz angespannter finanzieller Lage haben wir auch in diesem Jahr am Christopher Street Day teilgenommen, und zwar durch die tatkräftige Unterstützung unserer Jugendlichen. Wir organisierten mit andersARTIG e.V. wie gewohnt eine sehr erfolgreiche LesBiSchwule Brandenburg-T*our mit einem breiten Medien-Echo. Im Oktober 2011 feierten wir unseren 21. Lambda-Geburtstag in großer Runde mit einer Versteigerungsparty zugunsten des Vereins. Im Dezember konnte die Lambda-Bibliothek endlich wiedereröffnet werden. Hier stehen ab sofort wieder mehr als 1.000 Bücher queeren Inhalts zur kostenlosen Ausleihe für alle Interessierten bereit. Zur Wahl des Abgeordnetenhauses erstellten wir viel beachtete Wahlprüfsteine und waren Wahllokal für die U18-Wahl. Wir waren in zwei TV-Produktionen vertreten. Durch die finanzielle Unterstützung von THINK BIG haben wir einen Image-Film erstellt, der seit Februar 2012 online abrufbar sein wird. Und das Ende 2011 eingeführte Lambda-Plenum – einem offenen Mitbestimmungs- und Diskussionsforum – bietet allen Nutzer_innen Lambda::BB’s nun noch bessere Möglichkeiten der Partizipation.

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2010 – 2012: Fundraising, Fundraising und nochmals Fundraising…

Überschattet bzw. teilweise gehemmt wurden alle genannten Aktionen durch die erhöhte Notwendigkeit von Fundraising und Drittmittelakquise. Hierüber konnten zwar neue Projekte wie das Theaterstück DREAMVILLE oder der Kurzfilm COLDSTAR teilfinanziert werden sowie Lambda.Activ, ein Projekt, das sich mit einer Sportgruppe samt Internet-Blog sowie einem Kurzfilm (Premiere geplant Frühjahr 2012) gegen Homophobie im Schulsport richtet. Trotz dieser verschiedenen Zusatzprojekte, und obwohl Lambda BB im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Vereinen seit 2006 jeweils bis zu 20 Prozent Eigenmittel pro Jahr erwirtschaftet, reicht das Budget, das uns jährlich zur Verfügung steht, jedoch keinesfalls aus! Vielmehr rechneten wir 2011 mit einem Defizit von bis zu 24.000 Euro. Und anders als manch anderer Jugendverband haben wir auch keinen zahlungskräftigen „Erwachsenenverband“ in der Hinterhand, der uns über temporäre Engpässe hinweg helfen könnte.

Aus diesem Grund luden wir im Juni 2011 die Verantwortlichen aus Politik & Verwaltung zu einem Runden Tisch ein mit dem Ergebnis, dass uns Gelder von der Initiative für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt (ISV) zur Verfügung gestellt wurden für eben jenes neu aufgezogene Sportprojekt Lambda.Activ sowie für die Erstellung eines Konzeptes zur Kooperation mit Schule und Berliner Jugendzentren. Die Ergebnisse dieser beiden Werksverträge können sich sehen lassen! Langfristig gesehen sind solche zusätzlichen Projektgelder allerdings keine Lösung, da sie jeweils zeitlich begrenzt sind, wir hierüber nur einen kleinen Teil unserer Miet- und Sachkosten, jedoch keinerlei Personalkosten abdecken können, und das, obwohl diese Zusatzprojekte, und das vor allem, einen immensen zeitlichen Mehraufwand für unsere Hauptamtlichen bedeuten, die ohnehin schon völlig überlastet sind.

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Frühjahr 2011: Projektstart „queer@school“ (als Teil der ISV)
Gruppenbild des Lambda-Teams 2011 vor dem Jugendzentrum in der Manteuffelstraße.

Lambda.Team beim Runden Tisch im Juni 2011 mit Vertreter_innen des Landesjugendrings, der Politik und Verwaltung. Vielen Dank allen Teilnehmenden!

Durch die Unterstützung unserer zwei Hauptamtlichen war zwischen 2010 und 2011 eine erhöhte Öffentlichkeits-, Vernetzungs- und Lobbyarbeit sowie eine Weiterentwicklung unserer Angebote möglich – unter anderem durch die Gründung unsers Demokratieprojektes „Queer@school“ (finanziert über die Initiative für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt, kurz ISV) – was einen starken Zulauf neuer Nutzer_innen mit sich brachte und weiterhin bringt. Bei diesen nicht, noch nicht oder nur teilweise ehrenamtlich im Verband Engagierten ist eine konstante Zunahme sowie eine immer stärkere Ausdifferenzierung des Beratungsbedarfes (hinsichtlich Migrationshintergrund, Handicap, Mehrfachdiskriminierungen etc…) beobachtbar.

Erschwerend hinzu kommt das Fehlen einer Beratungsstelle speziell für LSBTI*-Jugendliche in Berlin und Umland sowie eine Überlastung der Initiativen und Vereine, die in dieser Region LSBTI-Aufklärungsarbeit leisten, weshalb uns noch weitere Anfragen erreichten.

Aus allen genannten Gründen entwickelt Lambda BB sich immer mehr weg von einem klassischen Jugendverband hin zu einem Jugendzentrum für LSBTI* Jugendliche, einem Ort der Begegnung außerhalb der kommerziellen queeren Szene. Um dem adäquat Rechnung zu tragen, stoßen wir aber mehr und mehr an unsere finanziellen, personellen und räumlichen Grenzen. Deshalb machen wir schon seit Längerem durch verschiedenste Aktionen Druck beim Berliner Senat und hoffen, dass sich unsere Situation baldmöglichst entscheidend bessern wird, damit das Weiterführen können, was wir die letzten Jahre geschafft und aufgebaut haben – UND NOCH VIEL VIEL MEHR!!! 🙂

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Dezember 2012: Wiederbelebung Netzwerk „Queere Jugendhilfe“

Bereits 2005 von Lambda BB mit ins Leben gerufen, nimmt das Netzwerk „Queere Jugendhilfe“ in Berlin unter der Hauptkoordination von Lambda BB seine Arbeit wieder auf.

LOGO q j hilfe

Die Queere-Jugend-Hilfe ist ein Netzwerk von Vereinen und Initiativen in Berlin, die sich zum Ziel gesetzt haben, Hilfsangebote für junge Menschen verschiedener sexueller und geschlechtlicher Identitäten zu schaffen und zu vernetzenmit unterschiedlichsten Angeboten.

Weitere Infos sind zu finden auf der neuen Homepage: www.queere-jugend-hilfe.de

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bis September 2013: Raumsuche + Online-Petition

Logo queeres JugendzentrumBerlin braucht ein queeres Jugendzentrum! Dafür macht Lambda BB sich seit Längerem stark. Einen akzeptablen Ort von Jugendlichen für Jugendliche, jenseits der kommerziellen queeren Szene. Einen Ort für schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Jugendliche bis 27 Jahre. Mit größeren und vor allem barrierefreien Räumen, sowie einer professionellen Antidiskriminierungsberatung speziell für queere Jugendliche. Hier findest du weitere Infos: wogehtshin.com sowie einen Link zu unserer Online-Petition (abgelaufen)!

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Seit September 2013 ist Lambda BB (wieder) Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin!

logo_jugendhilfe_für webseitenLogo Mitglied Aufkl. 09.07

Gerade wir als Jugendverband freuen uns über die Wiederaufnahme in den Paritätischen sehr, da wir uns in naher Zukunft u.a. davon versprechen, die Interessen unserer Hauptzielgruppe* in der Öffentlichkeit und Politik noch besser vertreten zu sehen.

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seit April 2014: Queeres Jugendhaus für Berlin!

sonnenburger straße

Endlich! Eine auskömmliche Ausfinanzierung der Arbeit von Lambda BB ist aufgrund der drohenenden Kürzungen innerhalb der ISV zwar noch nicht gewährleistet, die jahrelangen Bemühungen um neue Räume aber haben endlich Früchte getragen: Am 1. April 2014 – und nein, das ist kein April-Scherz : ) – erhielt Lambda-BB e.V. endlich ein eigenes queeres Jugendhaus  und zwar in barrierefreien Räumen, mit niedrigschwelligem Jugendcafé, einem riesigen Garten und Sommerbühne 🙂

Das Objekt wurde uns vom Bezirksamt Pankow für eine Zahlung der Betriebskosten überlassen. Dafür bieten wir seitdem 2×6 Stunden Offene Jugendarbeit an. Ab Juli 2014, als das Jugend-Café fertig eingerichtet war, gibt es immer dienstags und freitags ein offenes Jugendcafé-Angebot für alle. Außerdem finden neben unserer langjährigen Gruppen- und Projektearbeit auch unterschiedlichste Veranstaltungen statt. Welche – das findet Ihr in unserem Terminteil. Wir freuen uns außerdem ganz besonders über neue Kooperationen – sowohl im Großbezirk Pankow aber auch berlinweit, da Lambda BB ja nach wie vor der einzige queere Jugendverband ist in Berlin und Brandenburg.

Und zwar in der Sonnenburger Straße 69 im Prenzlauer Berg.

Die Neuen Räume und der neue Schwung eröffnet neue Möglichkeiten. Davon angespornt gründen sich die „Young*“ unsere erste gemischte Jugendgruppe bis 19 Jahre, die explizit Minderjährige Queers einläd sich zu Spiel, Spaß und Sport zu treffen.

 

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2015: Lambda wird 25!

Wer hätte es gedacht nach all den turbulenten Jahren-Lambda wird 25! Sowohl unser Bundesverband, als auch der Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. haben dies gemeinsam zum Anlass genommen ein mehrtägiges Fest zu veranstalten. Zu dem neben Mitgliedern, Freund_innen, Unterstützer_innen, Politiker_innen, Vertreter_innen aus der Presse und Verwaltung, kam auch eine Delegaion aus den anderen Lambda Landesverbänden, worüber wir uns sehr gefreut haben!

In den Herbstferien haben wir eine Woche lang ein „Herbstcamp“ veranstaltet. Dies beinhaltete eine ganze Woche lang zwei bis drei Workshops am Tag, in denen es um Sprachen, Empowerment und Gestaltung ging. Abgeschlossen wurde das Ganze mit einer bunten Drag-Party.

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2016: Es gibt viel Bewegung…

Nachdem in 2015 einige Stellen neu oder (zeitweise) umbesetzt wurden, sind wir in das Jahr 2016 mit vollem Elan gestartet und haben in den Winterferien eine sehr schöne Workshopwoche mit dem Namen „Wintercamp“ veranstaltet. Generell war 2016 das Jahr der Workshops, Thementage und Projekte. Dabei ist unter anderem unser tolles Pronomenmobile entstanden.

Außerdem können wir in diesem Jahr, mit Unterstützung durch den Bundesverband, zum ersten Mal nach langer Zeit, wieder eine Jugendfahrt anbieten. Also wurden die Koffer gepackt und zur Quecke aufgebrochen.

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2017: Neue Chancen

Inzwische befinden wir uns im dritten Jahr in unserer Bleibe im Prenzlauer Berg. Schneller als gedacht, wird es langsam schon wieder ein wenig eng… Die Jugendgruppen und Projekte werden alle gut besucht und es Gründen sich die „Enby-birds“, eine Jugendgruppe, die sich an nicht binäre Jugendliche wendet. Teilweise ist der Gruppenraum bis in jede Ecke gefüllt und auch außerhalb von Gruppen- und Projektzeiten, werden die Räume und der Garten von unseren Jugendlichen zum Austausch, Treffen und Orgarunden genutzt.

Zum CSD Wochenende bekommen wir internationalen Besuch von IGLYO-Activist-Academy, bei dem sich die sich in der vorangegangene Woche junge lgbtiq Aktivist_innen vernetzt und ausgetauscht haben.

Ein Meilenstein im Rahmen der queeren Jugendarbeit wird mit dem Koalitionsvertrag der neuen rot-rot-grünen Koaliton im Berliner Abgeordnetenhaus gesetzt. Diese beinhaltet, dass es zur Eröffnung von mindestens einem landesweiten queeren Jugendzentrums kommen soll. Damit wird ein lang gehegter Traum und eine vielseitig bearbeite Forderung von Lambda BB politische Wirklichkeit. Zur möglichen Umsetzung haben wir natürlich auch schon ein paar Vorschläge…

 

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Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die diesen Umzug in den letzten Jahren möglich gemacht haben!

Wir werden Euch an dieser Stelle über den weiteren Vorgang informieren. Weitere Informationen findet Ihr ebenfalls unter unserer Rubrik Pressemitteilungen.

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