Tipps für Jungs

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Verliebt sein ist etwas schönes, aber woher weiß ich, ob er auch auf Jungs steht?

Liebe zwischen Jungs?
Gute Freunde sind superwichtig, das wissen alle. Manchmal gibt es aber auch jemanden, da ist Freundschaft nicht genug. Und was ist, wenn die große Liebe von Sven nicht Tanja, sondern Thomas heißt? Wie ist das, auf andere Jungs zu stehen? Was sagen Freundinnen und Freunde? Wie reagieren die Eltern und Angehörigen?

Verstecken? – Nie wieder!
„Ich und auf Jungs stehen? Und wenn schon, dann werd‘ ich das bestimmt niemandem auf die Nase binden.“ In Ordnung, das muss jeder selbst entscheiden. Aber eins ist klar: Gefühle kannst du nicht einfach wegpacken. Vor allem nicht, wenn es so tolle Gefühle sind wie Verliebtsein, Zärtlichkeit oder Geborgenheit.

Der eine vertraut nur seinem Tagebuch oder dem bestem Freund, der besten Freundin an, was wirklich in ihm vorgeht. Der andere nimmt vielleicht immer wieder Anlauf, um endlich zu sagen oder zeigen, was er fühlt – und kriegt dann im entscheidenden Moment doch kein Wort heraus. Ist schließlich auch nicht immer einfach, etwas Mut gehört schon dazu. Aber wenn du darauf wartest, dass jemand anderes den ersten Schritt für dich tut, wirst du höchstwahrscheinlich ziemlich lange warten. Und wozu sind gute Freunde da, wenn du mit ihnen nicht ehrlich reden kannst?

Zwei Jungs Händchen haltend

Jungs Hand in Hand

Eltern haben ihr eigenes Coming-out
Die meisten Eltern erwarten von ihrem Sohn, dass er irgendwann mit einer Freundin nach Hause kommt. Und wenn die „Freundin“ nun ein Freund ist, kann daraus ein ziemlich nervenaufreibendes Versteckspiel werden. Meistens ist es besser, mit offenen Karten zu spielen. Schließlich ist es dein Leben! Und auch, wenn manche Eltern erst mal spontan enttäuscht oder sogar wütend reagieren sollten: Viele haben einfach noch nie darüber nachgedacht, dass das eigene Kind schwul oder bi sein könnte, und haben deshalb bisher nur Vorurteile im Kopf.

 

 

Wie lerne ich als Junge andere Jungs kennen?
Das Schwere dabei ist der Anfang. Das erste Mal jemanden ansprechen: Wer behauptet, er hätte dabei kein Herzklopfen gehabt, flunkert mit Sicherheit gewaltig. Aber vielleicht erlebst du sogar eine Überraschung: „Die anderen Typen in dem Lambda-Sommercamp waren so normal drauf, dass ich schon fast wieder ein bisschen enttäuscht war. Keine Ahnung, was ich mir da vorgestellt hatte.“ Keiner muss einsam sein, weil er Jungen oder Männer liebt. Fühlst du dich unsicher, kann es ziemlich gut tun, mit anderen

Jungs schauen sich an

Jungs schauen sich an

schwulen Jugendlichen zu reden und etwas zu unternehmen. Die Junx*-Gruppe von Lambda ist da vielleicht ein guter Anfang. Hier lernst du andere Jungs kennen, die ähnliche Wünsche und Träume haben wie du. Hier kannst du die Fragen stellen und die Dinge ansprechen, die Dich beschäftigen, denn genau dafür ist die Gruppe da. Und du kannst mit den anderen gemeinsam die schwul-lesbische Szene kennenlernen.

Für viele ist es am Anfang allerdings leichter, über das Internet schwule Jungs kennenzulernen, die ungefähr im gleichen Alter sind. Da gibt es allerdings erst einmal ein Überflutung an Internetportalen und Foren.

www.dbna.de ist eine gute Anlaufstelle, da die User im Alter von 14 bis 27 Jahren sind. Außerdem hat DBNA ein übersichtliches, moderiertes Forum, in dem du alle Fragen stellen kann, die dir auf dem Herzen liegen.

Aber woher weiß ich, ob er auch auf Jungs steht?
Nun steht es uns ja nicht auf die Stirn geschrieben, auf wen wir so stehen. Es gibt aber einige Hinweise, wie du einem anderen ansehen kannst, ob er nicht-hetero ist. Diese Hinweise und Signale könntest du auch für dich selber nutzen, um andere auf dich aufmerksam zu machen ;).

Ein ganz eindeutiges Symbol ist die Regenbogenfahne. Sie steht allgemein für Vielfalt. Mit sechs Farben und rot als oberster Farbe steht sie für sexuelle Vielfalt, speziell für Bi- und Homosexualität. Es gibt die Regenbogenfahne als Button, als Anstecker oder auch als Schlüsselanhänger (im Internet oder auf CSDs bzw. Szenestadtfesten erhältlich). Für Bisexualität gibt es übrigens eine eigene Flagge.

Hände haltend

Hände haltend

Außerdem klar zu erkennen ist das männliche Geschlechtersymbol. Das einzelne Geschlechtssymbol steht eigentlich für den Marsplaneten, der nach dem Kriegsgott Mars benannt ist; und dieser Gott ist ja bekanntlich der Gott der Männer – wie Venus die Göttin der Frauen ist.

Übrigens, weil eines der Markenzeichen des Mars die Lanze ist, hat das männliche Geschlechtersymbol einen nach oben zeigenden Pfeil.

In der schwulen Szene gibt es neben diesen beiden Dingen auch noch verschiedenste Flaggen. Mittlerweile sehr bekannt ist die Bärenflagge. Die Farben darauf stellen die unterschiedlichen Farben des „Bären-Fell“ dar. Als Bear/Bär werden in der Szene Männer bezeichnet, die zu ihrer starken Körperbehaarung stehen und meist auch kräftiger gebaut sind.

Eine andere Flagge ist die Lederflagge, diese muss wohl nicht näher beschrieben werden 😉 Vielleicht ist aber für dich interessant zu wissen, dass das Herz auf der Flagge bedeutet, dass die Leder- und S/M Szene nichts mit Gewalt zu tun hat.

Muss ich feminin aussehen, um auf Jungs stehen zu dürfen?
Absolut nicht! Ein Trugschluss vieler Heterosexueller ist: Jeder Junge / Mann, der feminin aussieht, ist auch gleichzeitig schwul bzw. alle Schwulen seien feminim… Oder anders ausgedrückt: Nur weil wir Mark Medlock vielleicht ansehen können, dass er schwul ist, gilt nicht automatisch das gleiche für Hape Kerkeling, Klaus Wowereit, Lars Steinhöfel, Marco Schreyl, Thomas Hermanns, etc… Zumal: Was ist so schlimm an feminin!? 🙂

Auch immer mehr Jungs wissen: Es ist Unsinn, zu glauben, etwas sein zu müssen, nur weil andere dir etwas vorschreiben wollen. Wenn ich entdecke, dass ich nicht (nur) auf Mädchen stehe, bin ich immer noch derselbe wie davor und muss nicht plötzlich meinen Stil ändern. Vielen von uns ging es zum Anfang unseres Coming Outs so: Wir stellen unsere Identität infrage, weil wir unsere Sexualität nicht in Frage stellen wollen. Das sind aber zwei Paar Schuhe: Wie du dich kleidest und deine Haare trägst, hat rein gar nichts damit zu tun, wen du liebst. Und wenn du gerne wie ein Junge aussiehst, sagt das auch noch nichts über deine Gefühle für andere aus.

Lesbische Mädchen wollen auch nicht unbedingt Jungs sein, wie manche behaupten. Und manche laufen gern eher „maskulin“ / „burschikos“ durchs Leben, andere wieder nicht.

Sex & Verhütung
Beim schwulen Sex kann alles gemacht werden, was für beide okay ist und sich gut anfühlt. Eines darfst du aber nie vergessen: Safer Sex! Verhütung ist das A&O, denn nur so schützt du dich vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wichtig zu wissen ist, dass auch Sperma im Mund HIV übertragen kann.

Jungs liebevoller Kuss auf die Stirn

Liebe zwischen Jungs

Das zuverlässigste Verhütungsmittel ist immer noch das Kondom, diese bekommst du in der Apotheke oder sogar im Supermarkt. Oftmals werden sie aber auch verschenkt, zum Beispiel auf Partys in der Schwulen Szene, da lohnt es sich, die Augen offen zu halten. Meist liegen die Kondome dann aus oder werden von jemanden, der bei der HIV-Prävention arbeitet, ausgeteilt. Dasselbe gilt übrigens auch für Gleitgel, dieses ist für den Analverkehr unverzichtbar!

Wenn du noch mehr Fragen zu diesem Thema hast, kannst du dich jederzeit gern an jemanden von Lambda wenden. Beispielsweise an das In&Out Team oder eine_n der Gruppenleiter_innen.

In&Out – Coming Out-Beratung
Wenn fu Fragen hast oder dir Rat holen willst, kannst du dich ebenfalls jederzeit an unser Beratungsprojekt In&Out wenden. Die Beratung wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemacht, die hierfür eine spezielle Ausbildung absolviert haben. Die Berater_innen sind selbst junge Lesben, Bis, Schwule, Trans*, die aus eigener Erfahrung wissen, wie das mit dem Coming Out läuft und wie schwierig das auch sein kann. Du bist nicht allein!

Die Beratung kann per E-Mail, Telefon oder auch persönlich stattfinden, das entscheidest du selbst. Eine E-Mail kannst du uns jederzeit schicken und wir antworten dir, so schnell wir können.

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